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Nachbericht

Tagungsbericht DeLFI 2010

Die 8. e-Learning Fachtagung Informatik (DeLFI 2010) fand im Rahmen der Multikonferenz "Interaktive Kulturen" vom 12.-15. September an der Universität Duisburg statt. Die Gesamtkonferenz wurde von dem Fachbereich Mensch-Computer-Interaktion und der Fachgruppe e-Learning der Fachgesellschaft für Informatik (GI) gemeinsam mit dem German Chapter der Usability Professionals (GC-UPA) und einem Track der "Entertainment Interfaces" (? Welche Gesellschaft ?) ausgerichtet.

Die 8. e-Learning Fachtagung Informatik (DeLFI 2010) fand im Rahmen der Multikonferenz "Interaktive Kulturen" vom 12.-15. September an der Universität Duisburg statt. Die Gesamtkonferenz wurde von dem Fachbereich Mensch-Computer-Interaktion und der Fachgruppe e-Learning der Fachgesellschaft für Informatik (GI) gemeinsam mit dem German Chapter der Usability Professionals (GC-UPA) und einem Track der "Entertainment Interfaces" (? Welche Gesellschaft ?) ausgerichtet. Sie wurde von insgesamt 450 Teilnehmern besucht. Der interdisziplinäre Charakter der Multikonferenz und die zahlreichen Anknüpfungspunkte wurden u.a. durch den gemeinsamen Workshopband (erschienen im Logos Verlag), die gemeinsamen Abendveranstaltungen, den domänenübergreifenden Doktorandenworkshop sowie die wechselseitige Besuche verschiedener Präsentationen und Konferenz-übergreifenden Diskussionen in den Pausen betont. Das gemeinsame Programm umfasste drei eingeladene Vorträge, 36 Sitzungen mit insgesamt über 90 Beiträgen in verschiedenen Formaten zu diversen Themen interaktiver Systeme, deren Gestaltung und Einsatz insbesondere zum Lernen, Kollaborieren und Kommunizieren. Noch einmal die gleiche Anzahl von Beiträgen und Präsentationen wurden auf den 12 halb- bzw. ganztägigen Workshops, den 9 Tutorials und diversen Systempräsentationen intensiv diskutiert. Zudem fanden die Gremientreffen der beteiligten Fachbereiche und Fachgruppen statt. Weitere Details zum umfangreichen und vielfältigen Programm sind auf der Konferenzsite http://www.interaktive-kulturen.de/ zu finden.

Die DeLFI 2010 beschäftigte sich mit den Themen:

  • Kollaborative Lernumgebungen
  • Content Sharing und Kompetenzmanagement
  • E-Assessment
  • Systemarchitekturen und Systemintegration
  • Werkzeuge und Erfahrungen
  • E-Learning-Szenarien

Diese Themen wurden in sechs Vortragssitzungen in 19 halbstündigen Beiträgen sowie einer Session mit sechs Kurzbeiträgen präsentiert und diskutiert. Die Ergebnisse sind im Tagungsband zusammengefasst, der als Band 169 der Lecture Notes in Informatics der GI Edition (LNI) im Köllen-Verlag erschienen ist. 

Sehr gut besucht war insbesondere wieder der Workshop „eLearning 2.0: Web 2.0 and Social Software in Technology Enhanced Learning“, der dieses Jahr bereits zum vierten Mal ausgerichtet wurde und empirische Ergebnisse in ausgewählten Szenarien sowie technische und organisatorische Ansätze zur Integration verschiedener Social Software bzw. Web 2.0 Anwendungen vertieft behandelte und diskutierte. Die beiden weiteren DeLFI-Workshops waren neu im Programm und behandelten zum einen Drupal als Plattform für Personal Learning Environments und zum anderen Lerninfrastrukturen für Schulen.

Die Tagung wurde mit der Keynote "Model-Driven Research in Human-Computer Interaction" von Ed Chi (Palo Alto Research Center) eröffnet. Er stellte die historische Entwicklung des Forschungsgebiets "Designing Interactive Software" mit anschaulichen Beispielen einiger PARC-Forschungsprojekte vor und betonte die Bedeutung von Theorien in Human-Computer Interaction, deren Anwendung und kontinuierliche Überprüfung in der Praxis beim Design interaktiver Systeme. – Die DeLFI-Keynote von Marcus Specht eröffnete den Abschlusstag der Konferenz. Er stellte aktuelle Trends des Lernens in einer Technologie-angereicherten Welt vor und demonstrierte mit zahlreichen Beispielen, wie "Lernen im Kontext" funktionieren könnte, wenn die Möglichkeiten mobiler Technologien mit ihren Sensoren und der Möglichkeit zur Vernetzung zielgerichtet eingesetzt werden.

Das Doktorandenforum fand am Abschlusstag statt und gab sieben Doktoranden der vertretenen Fachgebiete die Möglichkeit, Ihre Arbeiten zu präsentieren und Rückmeldungen der Experten der Forschungsgebiete zu erhalten. Die Doktorandinnen und Doktoranden konnten so Einblick in unterschiedliche Forschungskulturen gewinnen und fruchtbare Anregungen für die weitere Durchführung ihrer Dissertationsprojekte mit auf den Weg nehmen.

Als Best Paper der DeLFI 2010 wurde der Beitrag "Anwendungsszenarien für ein Werkzeug zur Video-Annotation in der universitären Lehre" von Dieter Engbring, Wolfgang Reinhardt, Johannes Magenheim, Mathias Moi und Julian Maicher von der Universität Paderborn ausgezeichnet. Der Beitrag beschreibet didaktische Szenarien, in denen Video-Annotationen zur Unterstützung individueller Lernprozesse bei Lehramtsstudierenden eingesetzt werden können, sowie eine Integration des Werkzeugs ViLM in das universitätsweit eingesetzte koaktive Lernmanagementsystem (koaLA).

Erstmals wurde im Vorfeld und während der Konferenz die Community-Plattform Crowdvine eingesetzt, über das der Besuch der verschiedenen Sessions der Tagung im Vorfeld geplant werden konnte. Neben den üblichen Möglichkeiten von Sozialen Plattformen konnten sich die angemeldeten Konferenzteilnehmer ihren individuellen Fahrplan für die Tagung zusammenstellen und ausdrucken und somit auch sehen, wer noch plant, einen bestimmten Vortrag oder Workshop zu besuchen. Somit war es auch möglich, mit Vortragenden oder Interessierten im Vorfeld Kontakt aufzunehmen und z.B. Thesen, Statements oder Fragen einzubringen. Auf und nach der Tagung können über http://delfi.crowdvinde.com Tweets, Fotos und Posts zur Tagung verfolgt werden. Die Vortragenden wurden gebeten, ihre Präsentationen und weitere Materialien auf der Plattform zur Verfügung zu stellen, und für die Evaluation der Tagung können Beiträge dort bewertet und Rückmeldungen verfasst werden. Trotzt dieses reichhaltigeren Angebots wurde dieses Jahr weniger Gebrauch von Twitter und Blogposts gemacht. Insgesamt wurden auf der Konferenz ca. 550 Tweets ausgetauscht, z.T. während der Sessions, um Fragen zu sammeln und in der abschließenden Diskussion wieder aufzugreifen.